08.06.2019 - Südkurier: Souveräne Jungmusiker überzeugen
Die Bigband des Hochrhein-Gymnasiums war in Top-Form, Musiklehrer Stefan Zenth (rechts) spielt mit. | Bild: Susanne Schleinzer-Bilal

Mentorenkonzert der Klasse 10a

Waldshut-Tiengen – Die zehnte Klasse des Musikprofils am Hochrhein-Gymnasium wagt sich beim Mentorenkonzert an komplizierte Stücke aus verschiedenen Genres.

Die Erwartungen der Zuhörer mehr als erfüllt haben die Jungmusiker der zehnten Klasse des Musikprofils am Hochrhein-Gymnasium Waldshut. Mit Jubelrufen und frenetischem Beifall bedankten sich die zahlreichen Zuhörer für das abwechslungsreiche Mentorenkonzert im Musiksaal der Schule. Die Mentoren waren in diesem Fall die Schüler, die im Schulchor oder Schulorchester den Takt übernahmen und ihre Sängerkollegen durch die Musikstücke dirigierten.
Ein gut aufgestellter Schulchor, ein exquisites Klassenorchester und eine gutgelaunte Bigband in Hochform waren der Garant für einen Abend der Extraklasse. Viel Applaus ernteten dabei auch die Videoadaptionen zu Ausschnitten aus der „Winterreise“ von Franz Schubert. Als Erste nahm dann Nola Ouambo den Taktstock in die Hand, die sich später auch als Solosängerin und im Duett mit Christine Both hervortat.
Bereits das Stück „Hayé Hamé“ von Singing Buddhas kam bei den Zuhörern gut an. Ebenso der Gospel „Oh Happy Day“, dirigiert von Cedric Fischer. „Scarborough Fair“ von Simon und Garfunkel, das ursprünglich ein englisches Volkslied war, wurde von Hannah Strittmatter dirigiert. Auch ihr Auftritt wurde mit viel Applaus bedacht. Auch die Stücke „Only Time“ von Enya, dirigiert von Valentina de Paola, „Africa“, von Toto, dirigiert von Christine Both, und „Evening Rise“ von Female Affairs ernteten viel Beifall.
An „Bohemian Rhapsody“ von Queen hatte sich Natalie Moser als Dirigentin gewagt und führte die Musiker sicher durch das Stück, Fredric Abel hatte sich „Thriller“ von Michael Jackson vorgenommen, auch er wusste, zu begeistern. Mit Flügelhorn, Saxophon, Trompete, Posaune, Ukulele, E-Gitarre, Bongos und Schlagzeug, überzeugte die Bigband mit Stücken wie „Storie di tutti i giorni“ von Maurizio Fabrizio, „Walk The Dinosuar“ von Randy Jacobs und „Uptown Funk“ von Bruno Mars mit dem Genre Jazz. Krönender Abschluss war die Zugabe „Blues Brothers“.

Text: Susann Schleinzer-Bilal (SÜDKURIER), erschienen am 08.06.2019

13.03.2019 - Südkurier: Antike als Inspiration
Körper und Maske - eine Arbeit von Melissa Knorr. | Bild: Rosemarie Tillessen

Kreative Arbeiten der Abitur-Kunstkurse

Waldshut-Tiengen – Schüler der Abitur-Kunstkurse des Hochrhein-Gymnasiums Waldshut präsentieren beim Kunstfest ihre bildnerischen Arbeiten zum Thema "Verkörperungen".
Alle Jahre wieder zeigt das Hochrhein-Gymnasium Waldshut in einem Kunstfest, was die beiden Abitur-Kunstkurse unter Anleitung der Kunsterzieher Susann und Matthias Sochor geleistet haben. Der Musiksaal war auch diesmal bei der Eröffnung wieder voll besetzt. Schulleiterin Mechthild Rövekamp-Zurkove dankte den beiden engagierten Kunsterziehern und wünschte den Besuchern einen Abend der Begegnung mit der Bildenden Kunst und den Menschen. Und der Musikkurs der Klassenstufe zwölf unter Leitung von Ulrike Ruppaner umrahmte höchst originell musikalisch die Feierstunde. Die beiden Kunsterzieher führten anschließend in das diesjährige Abiturthema „Verkörperungen“ ein: Dazu hatten sie mit den Schülern Museen in Basel und Sindelfingen besucht und Plastiken der griechischen Antike sowie Arbeiten des englischen Künstlers Antony Gormley kennengelernt.
Im Unterricht folgten dann Experimente mit deren Bildsprache und das Umsetzen in ihre eigene Welt. Dasselbe galt für die Arbeiten der beiden Künstler Rembrandt und Cindy Sherman, die in ihren Bildaussagen unterschiedlicher nicht sein könnten. Der eine widmete sich malerisch dem Selbstportrait, die andere arbeitet als Fotografin an „Selbstdarstellung und Verwandlung“.
Man kann nur staunen, was die Schüler aus diesen Anregungen umsetzten: Frei nach dem Motto „Ich mache Selfies, also bin ich“ spielten sie mit Rollen und Filmstills, entwarfen Masken und Verhüllungen und zeigen mit Selbstdarstellungen und kreativer Gestaltungslust eigene Weltbilder: Da wurde gemalt und mit dem Baustoff Ytong gearbeitet, fotografiert oder dreidimensional aus Draht oder Müll Neues entworfen.
Sehr eindrucksvoll schließlich Kurzfilme zum Thema „Ambivalence of Growing Up“, in denen die Schüler Licht und Schatten ihres eigenen Erwachsenwerdens einbrachten und sogar bis Zürich reisten, um auf die krassen Unterschiede von Arm und Reich aufmerksam zu machen. Vieles entwickelte sich in der Schule, wurde aber auch eigenständig zuhause in Projekten umgesetzt. „Für uns gab es da Überraschungen wie aus der Wundertüte, als wir jetzt die Arbeiten für das Kunstfest entgegen nahmen,“ meint Matthias Sochor vergnügt. Und wer das Pech hatte, nicht am Kunstfest teilzunehmen, findet viele der Schülerarbeiten noch bis zum Sommer an den Wänden der drei Schulstockwerke.
Text: Rosemarie Tillessen, erschienen im SÜDKURIER am 13.03.2019

29.06.2018 - Südkurier: Proben zahlen sich aus
Friedenslieder in einer Fantasiesprache bot der Schulchor der Zehntklässler des Hochrhein-Gymnasiums beim diesjährigen Mentorenkonzert. | Bild: Susanne Schleinzer-Bilal

Zehntklässler überzeugen bei Mentorenkonzert

Waldshut-Tiengen – Seit Beginn des Schuljahrs haben die Zehntklässler der Musikprofilklassen am Hochrhein-Gymnasium Waldshut für das Mentorenkonzert 2018 geprobt. Sie dirigieren die schuleigene Big Band, das eigens gegründete Orchester und den Schulchor. Den Anfang machte das Klassenorchester, das unter der Leitung von Amelie Stoll eine Gavotte von Johann Sebastian Bach intonierte.
Klassische und modernere Werke
Ein Menuett und Trio A-Dur von Luigi Boccherini aus dem Quintett Nr. 5 in E-Dur wurde dann von Verena Kaiser dirigiert. Den ungarischen Tanz Nr 5 in fis-moll hatte Niklas Rupp mit dem Orchester eingeübt. Songs of Sanctuay aus Adiemus von Karl Jenkin trug dann der Schulchor vor. Alle Lieder standen für Frieden und wurden in einer Phantasiesprache gesungen. Der erste Titel „Adiemus“ wurde von Lena Granacher dirigiert. Die musikalische Leitung für das Stück „Cantus insolitus“ hatte Shuxin Lin übernommen. Das Lied „Amaté adea“ wurde von Vivien Thoma dirigiert, „Kayama“ von Helena Schachner.
„Ich bin noch ganz geflashed von dem Chor. So einen Chor habe ich selten gehört, das war einfach super“, kommentierte der Leiter der Big Band, Stefan Zenth, das Konzert des Schulchors. Aber auch die Big Band selbst konnte sich hören lassen. Nach dem rockigen Titel „Brass Machine“ von Mark Taylor und dirigiert von Marco Bach, folgte „Summertime", eine Ballade von George Gershwin, gesungen von Nola Ouambo und dirigiert von Sophia Baumgartner.
Als Sahnehäubchen gab es dann zum Abschluss noch die Titel „Don't know why“ von Jesse Harris und „Feeling good“ von Anthony Newley und Leslie Bricusse, die von Nola Ouambo gesanglich begleitet wurden. Natan Lauer am Flügelhorn und Trompete und Sophia Baumgartner am Saxophon steuerten mit ihren Soli zusammen mit dem Orchester den instrumentalen Teil bei.
Mit einer fulminanten Blues Brothers Revue verabschiedeten sich die Schüler dann von ihrem Publikum. Die Ausbildung der Mentoren und die Leitung des Klassenorchesters lagen in den Händen von Matthias Lauer. Stefan Zenth hatte die Leitung der Big Band übernommen. Den Chor geleitet hatte Ulrich Tomm, die Chorbegleitung am Klavier hatte Ulrike Ruppaner übernommen.
Text: Susanne Schleinzer-Bilal, schienen im SÜDKURIER am 29.06.2018

21.02.2018 - Südkurier: Eine Schule zeigt Farbe
Die drei Schülerinnen Anne Stoll, Lena Schlachter und Tanja Schuchter (von links) nennen ihre Fahrrad-Installation „(Un-)Begrenztes“. Bild: Rosemarie Tillessen

15.Kunstfest am HGWT

Waldshut-Tiengen – Zum 15.Mal feierte das Hochrhein-Gymnasium in Waldshut sein alljährliches Kunstfest. Gezeigt werden auf drei Stockwerken die bildnerischen Arbeiten der zwei Kurse Bildende Kunst des diesjährigen Abiturjahrgangs. Über 200 Gäste waren zur Eröffnung in den Musikraum gekommen. Susann und Matthias Sochor als Lehrkräfte der Kunstkurse führten in die Schau ein. Musikalisch begleitet wurden sie dabei vom Musikkurs der Klasse 12 unter der Leitung von Mathias Lauer. Sein Kurs hatte bekannte Musikstücke von Monteverdi, Johannes Brahms und Wolfgang Amadeus Mozart stark bearbeitet und instrumental spannend umbesetzt. Im Brennpunkt dann aber eine Performance von einigen Schülern in weißen Schutzanzügen: Sie zeigten als Welturaufführung in einer Choreografie von Alexander März Gefühle wie Liebe, Freude und Aggressionen.
Damit leiteten sie zum Thema des Festes über: Was steckt hinter der Hülle eines Menschen? Was ist Selbstdarstellung, was ist Verwandlung? Dafür hatten die 27 Schüler der Kurse vielfältigste Antworten gesucht. So wurde der anschließende Bummel durch das Schulgebäude zum spannenden Abenteuer, das in diesem Jahr unter dem Motto „Figurativ“ stand. Die Bald-Abiturienten hatten sich intensiv mit Künstlern wie Rembrandt, Michelangelo oder der Fotografin Cindy Sherman befasst und waren dem Architekten Peter Zumthor in Bregenz begegnet. Sie hatten altmeisterliche Techniken und das Skizzieren kennengelernt und standen sich gegenseitig Modell. Sie verhüllten, verkleideten oder verwandelten sich, wie man in einer eindrucksvollen Fotoserie mit Selbstinszenierungen im Musikraum erleben konnte: Da fand der berühmte „Schrei“ von Edvard Munch eben einfach mal am Rheinweg statt.
Doch man sah noch viel, viel mehr: Skulpturen aus Schaumbetonstein, plastische Skizzen mit Graphitstift, befremdliche Installationen, bei denen etwa eine lebensgroße Person die Leinwand sprengt (Marie Bahr), eine gestaltete Schaufensterpuppe und ihr Bezug zur aktuellen Me-Too-Debatte (Lisa Moreau) oder kleine verfremdete Fotoreihen zu bekannten Kunstwerken (Nico Müller). Ein Besuchermagnet war schließlich das Video eines „getanzten Bildes“ von Clara Wolf, in dem sie dramatisch Gefühle und Körpererfahrungen darstellt. Oder die weiträumige Installation „(Un-)-Begrenztes“ mit einem blauen Fahrrad von Anna Stoll, Lena Schlachter und Tanja Schuchter. Und, und, und... Bereitwillig diskutierten an diesem Abend die jungen Künstler mit ihren neugierigen Gästen. Und diese waren beeindruckt von so viel Kreativität, Fantasie und Können. Wer an diesem Abend nicht dabei war, kann die ausgestellten Arbeiten im Gymnasium bis Anfang Juni werktags besichtigen.
Text: Rosemarie Tillessen, erschienen im SÜDKURIER am 21.02.2018

14.12.2017 - Südkurier: Gefeiertes Adventskonzert
Virtuos spielte das Unterstufenorchester des Hochrhein-Gymnasiums unter der Leitung von Matthias Lauer und unter Mitwirkung von Klaus Bürger in der Liebfrauenkirche auf. | Bild: Susanne Schleinzer-Bilal

Tosender Applaus als Dank

Waldshut-Tiengen – „Wir haben Engel musizieren hören, Ihr wart wunderbar“, lobte Mechthild Rövekamp-Zurhove die Musiker des Hochrhein-Gymnasiums, des Projektchors und des Jugendsinfonieorchesters Waldshut-Tiengen, die das Adventskonzert in der voll besetzten Liebfrauenkirche in Waldshut bereichert hatten. Die zahlreichen Zuhörer dankten den Musikern denn auch mit tosendem Applaus. Den Anfang machte das Unterstufenorchester unter der Leitung von Klaus Bürger und Matthias Lauer. Mit ihren Stücken „Pachelbel's Christmas“, arrangiert von Larry Moore, und „Merry go Rondo" von Gerald Anderson brachten sie einen ersten Hauch von Weihnachten in das Gotteshaus.
Der Schul- und der für das Konzert gegründete Projektchor des Hochrhein-Gymnasiums Waldshut unter Leitung von Uli Tomm und an der Orgel begleitet von Markus Funck, zeigte seine enorme Bandbreite. Mit „Sing, jubilate Deo“ von Jerry Ester knüpfte der Chor an die Tradition der klassischen Kirchenmusik an. Äußerst gut intoniert wurde auch das mitreißende Gospel „Let us break Bread together“, arrangiert von Tore W. Aas. Von schlichter Schönheit geprägt war dann das Stück „Irish Blessing“, von Bob Chilcott, das die Sänger mühelos meisterten.
Fröhlich und heiter ging es mit dem Titel „Star Carol“ von John Rutter weiter. Ergreifend und ruhig erklang „A clare Benediction", ebenfalls von John Rutter. Jazzig und schwungvoll gab der Chor dann „Carol of the Bells“, arrangiert von Kirby Shaw, zum Besten. Das Jugendsinfonieorchester Waldshut-Tiengen, das aus der Musikschule Südschwarzwald, dem Klettgau-Gymnasium Tiengen und dem Hochrhein-Gymnasium Waldshut besteht, beeindruckte dann mit der Ouvertüre Miniature und dem Marsch aus der „Nussknacker-Suite" von Peter Tschaikowski. Der Kanon „Mache dich auf und werde Licht, denn dein Licht kommt“, von Publikum und Sängern gemeinsam vorgetragen, beendete das Konzert.

Text: Susanne Schleinzer-Bilal, erschienen im SÜDKURIER am 14.12.2017

27.10.2017 - Südkurier: Szenen aus Goethes „Faust I“
Gruppenbild mit Faust-Figuren: Frank Arnold (v.l.) nach seiner Lesung im HGWT mit Schulleiterin Mechthild Rövekamp-Zurhove, Jürgen Glocker von der Dr.-Inge-Freytag-Stiftung, Lehrer Matthias Sochor und dem stellv. SL Markus T. Funck. Bild: U. Freudig

Lesung mit Frank Arnold

Waldshut-Tiengen – Ein Sprecher, Faust und Hörgenuss pur – dies die Kurzformel für eine außergewöhnliche Lesung, die sicher auch Goethe gefallen hätte: Frank Arnold las am Dienstagabend im Musiksaal des Hochrhein Gymnasiums (HGWT) aus dem Faust I. Schüler machten den größten Teil des Publikums aus. Für die Jahrgangsstufe 11 ist Goethes Faust ab 2019 Abiturthema, im Unterricht behandelt wird er schon jetzt. Nach einführenden Worten in den Fauststoff durch Matthias Sochor, Lehrer am HGWT, zelebrierte Frank Arnold das Lesen.
Rund eineinhalb Stunden ließ er Goethes Wortkunst zur lebendigen Sprach- und Klangkunst werden. Man wurde mitgenommen und getragen von einem Sprachfluss, bei dem sich eines ins andere fügte: Die Stimme Frank Arnolds, ihre vielschichtigen Modulationen, seine Mimik und Gestik und Goethes Worte waren eine Einheit. Arnold las nicht einfach „nur“ Wörter, er erfühlte sie aus der Sicht der Figuren, die sie sprachen und blieb dennoch ein souveräner Erzähler.
Auch das Bühnenbild hätte passender nicht sein können. Faustfiguren aus Pappmaché, das Gretchen und natürlich auch Mephistopheles standen links und rechts von Frank Arnold. Schüler der 6. Klassen haben sie unter Regie von Matthias Sochor im Kunstunterricht gefertigt. Frank Arnold ist gebürtiger Berliner, er ist Dramatiker, Regisseur, Schauspieler und Sprecher. Die Kulturmagazine Aspekte, Artour und ttt spricht er, in vielen Dokumentarfilmen ist er zu hören und auf vielen Hörbüchern – etwa von Anthony Powell, Tom Clancy, Noah Gordon, Ilija Trojanow – steht sein Name. 2014 erhielt Frank Arnold den Hörspielpreis als bester Interpret.
Dass dieser hochkarätige und vielbeschäftigte Künstler im Hochrhein Gymnasium zu Gast war, ist Hauptverdienst der Dr.-Inge-Freytag-Stiftung. Sie hat zum zweiten Mal in Zusammenhang mit der Vergabe des Scheffel-Preises für die besten Abiturleistungen im Fach Deutsch, dem HGW eine kulturelle Veranstaltung geschenkt. Die Lesung hat vielleicht sogar dem sicher nicht ungetrübten Umgang der Schüler mit Goethes Faust neue Impulse gegeben. „Lest den Faust zusammen zu viert oder fünft laut, das ist ein guter und toller Weg, um sich dem Text zu nähern“, ermunterte Frank Arnold die Schüler.
Text: U. Freudig, erschienen im SÜDKURIER am 27.10.2017