06.09.2019

Südkurier: Sanierung der Biologie-Fachräume

Hörsäle haben am HGWT ausgedient

Waldshut-Tiengen: Während die Schüler die letzten Ferientage genießen, wird im Hochrhein-Gymnasium Waldshut bereits fleißig gearbeitet. Für 3,38 Millionen Euro lässt die Stadt unter anderem Fachräume und Klassenzimmer sanieren. Werfen Sie mit uns einen Blick auf die Baustelle.

Marina Schreyer, Mitarbeiterin des Hochbauamts, Bürgermeister Joachim Baumert, Schulleiterin Mechthild Rövekamp-Zurhove und der stellv. Schulleiter Markus Funck (v.l.) Physik-Hörsaal. | Bild: Juliane Schlichter

Waldshut-Tiengen – Handwerker sind derzeit damit beschäftigt, die Fachräume im ersten Stock des Hochrhein-Gymnasiums in Waldshut komplett zu entkernen. „Wir machen tabula rasa“, sagt Marina Schreyer, Mitarbeiterin im Hochbauamt der Stadtverwaltung-Tiengen, und führt in einen der Biologiesäle, aus dem sämtliche Tische, die Fußböden und Heizungen entfernt wurden. Kabel hängen von der Decke.

Auf Biologie folgen Chemie und Physik
Die derzeitigen Arbeiten sind Teil der umfassenden Sanierungsmaßnahmen an Waldshuts einzigem städtischen Gymnasium, die sich über die nächsten Jahre erstrecken. In den Herbstferien sollen die Biologieräume fertig sein. Ein Jahr später folgen die Chemieräume im zweiten Stock, im Herbst darauf die Physikabteilung eine Etage darüber.
Parallel dazu werden die Klassenzimmer auf dem jeweiligen Stockwerk gegenüber den Fachräumen modernisiert. Insgesamt 3,38 Millionen Euro investiert die Stadtverwaltung in die Sanierung der Schule – verteilt auf verschiedene Haushaltsjahre. Die Fördermittel betragen 1,88 Millionen Euro.
„Unsere Großbaustelle hat nach dem mündlichen Abitur Anfang Juli begonnen“, erzählt der stellvertretende Schulleiter Markus Funck. Nach den Prüfungen besuchten rund 100 Schüler weniger am Gymnasium. Dies habe die Situation entspannt.
Denn wo findet der Unterricht statt, wenn die Biologieräume nicht zur Verfügung stehen und Klassenzimmer ebenfalls saniert werden beziehungsweise in ein Lager für Baumaterial sowie Tische und Stühle umfunktioniert werden müssen? „Man verdichtet enorm“, beantwortet Schulleiterin Mechthild Rövekamp-Zurhove die Frage. Die Unterrichtsplanung müsse noch viel stärker auf die Raumsituation abgestimmt werden. Während eine Schulklasse beispielsweise Sport in der Turnhalle hat, benutzt eine andere Schulklasse deren Klassenzimmer für den Biologieunterricht.
Doch warum werden die naturwissenschaftlichen Fachräume überhaupt saniert? „Sie passen nicht mehr zum Lernkonzept“, erklärt Marina Schreyer. Im alten Biologiesaal, der nun entkernt wurde, standen die Tische in Reihen und waren am Boden fest verankert. „Heutzutage gibt es weniger Frontalunterricht und mehr Gruppenarbeit“, fügt die Mitarbeiterin des Hochbauamts hinzu. Deswegen brauche es bewegliche Tische. Deshalb haben auch die Hörsäle, in denen Tische und Stühle in Stufen angeordnet sind, ausgedient. Sie werden ebenfalls modernisiert.
Ein weiterer Grund sind veränderte Brandschutzrichtlinien. Ebenso werden die Fußböden und Decken erneuert. In den Klassenzimmern, in denen noch altes PVC ausliegt, wellt sich der Boden und hat zum Teil Risse. Sämtliche Decken werden nach und nach mit Platten, die eine löchrige Struktur haben, verkleidet. Die Akustik in den Räumen mit den alten Decken sei schlecht, sagt Schreyer und fügt hinzu: „Studien haben ergeben, dass sich Lernerfolge mit einer besseren Akustik einstellen.“ Durch die neuen Platten mit Löchern gebe es keinen Hall, erklärt Schreyer.

Fest eingebaute Gasleitung ist überflüssig
Da der Gasverbrauch im Chemieunterricht gering ist, wird die bestehende, fest eingebaute Leitung durch Gasflaschen ersetzt. „Dadurch sparen wir Platz und Wartungskosten“, sagt Schreyer. „Digital sind wir insgesamt schon gut ausgestattet“, erzählt Rövekamp-Zurhove. Die grünen Tafeln werden noch durch digitale Exemplare, so genannte Whiteboards, ersetzt. „Außerdem werden wir noch ans Glasfasernetz angeschlossen“, freut sich Funck.
Durch die Maßnahmen am Hochrhein-Gymnasium stärke die Stadt den Bildungsstandort, betont Bürgermeister Joachim Baumert, der allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit dankt. Insgesamt umfasst das Projekt zehn verschiedene Gewerke.

Text: Juliane Schlichter (SÜDKURIER), erschienen am 06.09.2019

Der Biologiesaal im ersten Obergeschoss der Schule ist bereits völlig entkernt. | Bild: Juliane Schlichter

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