23.05.2020

Südkurier: Prüfungsklausuren in der Sporthalle

Coronavirus verändert die Abiturprüfungen am HGWT

Waldshut-Tiengen: An den Waldshut-Tiengener Gymnasien hat das Abitur begonnen. Das Coronavirus hat die Vorbereitung und den Ablauf verändert. Die Schulleiterin des Hochrhein-Gymnasiums Waldshut sieht ihre Schüler dennoch gut vorbereitet.

Abitur in Corona-Zeiten: Blick in die Sporthalle des Hochrhein-Gymnasiums Waldshut, in der zur Zeit unter Einhaltung großzügiger Abstände zwischen den Tischen, 90 Schüler ihre Abiturprüfungen schreiben. | Bild: Ursula Freudig

In den Gymnasien Waldshut-Tiengens laufen noch bis Ende Mai die Abiturprüfungen. Die Schüler legen ein Abitur ab, das allen Beteiligten unvergessen bleiben wird, denn das Coronavirus hat die gewohnten Abläufe außer Kraft gesetzt. Zur Situation an den beiden allgemeinbildenden Gymnasien, äußern sich nachfolgend die Schulleiter. Ein Artikel über das Abitur an den drei beruflichen Gymnasien (Träger ist der Landkreis Waldshut) folgt.
Am HGWT legen 94 Schüler das Abitur ab. Vier von ihnen an den Nachholterminen. Zum Zeitpunkt des Beginns des Online-Unterrichts ist nach Aussage der Schule der Schulstoff weitestgehend durch gewesen und danach wären alle digitalen Möglichkeiten zum Austausch genutzt worden. „Vieles musste erprobt werden, aber wir haben viel mit den Eltern kommuniziert und gut abgestimmte und an die Eltern angepasste Wege gefunden“, so Schulleiterin Mechthild Rövekamp-Zurhove.
Familien, die kein Laptop hatten, wurden vom Förderverein leihweise mit einem ausgestattet. Insgesamt sieht das HGW trotz der besonderen Umstände die Vorbereitung der Schüler auf das Abitur als gut an. „Viele haben tüchtig gelernt, aber einige auch nicht, aber das hat nichts mit Corona zu tun“, so die Schulleiterin. Für die Übergabe der Abiturzeugnisse ist für den 25. Juli die Stadthalle Waldshut reserviert. Wie genau der Ablauf sein wird, ist noch offen.

Das ist dieses Jahr anders:
Ab Mitte März waren alle Schulen in Baden-Württemberg wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Der Unterricht erfolgte über Online-Kanäle. Das Abitur wurde von nach Ostern auf Termine ab dem 18. Mai verschoben, zusätzlich wurden Nachholtermine angeboten: Die Schüler konnten ohne Angabe von Gründen entscheiden, ob sie jetzt oder nach Pfingsten ihr Abitur ablegen. Ab 4. Mai war wieder Präsenzunterricht, allerdings nur für Abschlussklassen. Der Unterricht diente der Abiturvorbereitung. Die Abitur-Prüfungen erfolgen unter Einhaltung der allgemein geltenden Abstands- und Hygieneregeln. Dazu gehören 1,50 Meter Mindestabstand zwischen den Schülern, Nutzen von Desinfektionsgeräten auch in den Klassenzimmern, Beachtung von Wegeführungskonzepten und Maskenpflicht (gilt nicht innerhalb der Klassenzimmer). Aufsichtspersonen (Lehrer) an Eingängen und auf den Fluren überwachen die Bestimmungen. Es gilt eine Vereinfachung des Korrekturverfahrens, um Verwaltungs- und Zeitaufwand zu reduzieren: Die Erst- und Zweitkorrektur der Abiturprüfungsarbeiten erfolgt in der eigenen Schule. In „Normalzeiten“ gehen die Arbeiten zur Zweitkorrektur an eine auswärtige Schule. Die sonst übliche Endbeurteilung durch Dritte entfällt. Es gibt keine große Abiturfeier. Jede Schule wird im Rahmen des Möglichen die Übergabe der Zeugnisse organisieren.

Auszug aus einem Text von Ursula Freudig, erschienen im SÜDKURIER am 23. Mai 2020

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