30.07.2020

Südkurier: Kultstatus bei seinen Schülern

Dirk Barthel verlässt HGWT und wird Schulleiter in Sachsen

Waldshut-Tiengen: Das Hochrhein-Gymnasium Waldshut verabschiedet den beliebten Physik- und Mathematiklehrer Dirk Barthel, der Schulleiter im Erzgebirge wird.

Die scheidende Schulleiterin Mechthild Rövekamp-Zurhove des HGWT verabschiedet den langjährigen Mathematik- und Physiklehrer Dirk Barthel. | Bild: Juliane Schlichter

Mit einem herzlichen „Glück auf!“ haben Schüler und Lehrer des Hochrhein-Gymnasiums (HGWT) Dirk Barthel verabschiedet. „Wir verlieren einen großen Mann und leidenschaftlichen Physik- und Mathematiklehrer“, sagte Schulleiterin Mechthild Rövekamp-Zurhove, die zum Schuljahresende ebenfalls die Schule verlässt.
Barthel, der zuletzt Abteilungsleiter für die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) war, kehrt nach 16 Jahren am HGWT in seine sächsische Heimat zurück. In der Bergbaustadt Brand-Erbisdorf im Erzgebirge wird er im neuen Schuljahr die Leitung des Bernhard-von-Cotta-Gymnasiums übernehmen.
„Die Schule ist toll. Zu meiner Zeit hieß sie noch Wilhelm-Pieck-Oberschule“, sagte Gaby Fügen, Elternbeiratsvorsitzende des Hochrhein-Gymnasiums, die an Barthels neuer Wirkungsstätte ihr Abitur gemacht hatte. Der Leipziger Dirk Barthel kam 2004 in den Landkreis Waldshut, nachdem es für ihn im Erzgebirge keine passende Stelle gegeben hatte. Rund um seinen Wohnort Dachsberg habe er jedoch eine ähnliche Landschaft gefunden, wie Matthias Sochor sagte, der den scheidenden Lehrer im Namen der Kollegen verabschiedete.
Sochor beschrieb Barthel als humorvoll und als einen Mann der Praxis, der bei seinen Schülern Kultstatus erlangt habe. Unvergessen seien in den Unterrichtsstunden die physikalischen Praxistests gewesen, bei denen der eine oder andere Gegenstand aus dem Fenster flog. Dirk Barthel betreute auch die letztjährigen Abiturienten Felix Sewing und Alex Korocencev aus Dogern, die 2019 mit einer Magnetschwebevorrichtung das Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend forscht“ gewannen und danach Weltmeister wurden.
„Das Angebot in Sachsen war einfach zu verlockend“, sagte Barthel bei seiner Verabschiedung. Dass er sich den Posten des Schulleiters zutraut, liege auch an den vergangenen 16 Jahren am Hochrhein-Gymnasium. „Hier konnte ich leiten lernen und manchmal auch leiden“, meinte er schmunzelnd.

Text: Juliane Schlichter, erschienen im SÜDKURIER am 30.07.2020

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