22.05.2019

Südkurier: Auch Rembrandt hätte WLAN genutzt

Offenes drahtloses Internet-Netzwerk am HGWT für Kursstufe

Waldshut-Tiengen: Das Hochrhein-Gymnasium Waldshut öffnet sein schulinternes drahtloses Internet-Netzwerk für alle Schüler der Klassenstufen 11 und 12.

Im Kunstunterricht am Hochrhein-Gymnasium suchen die Schüler (von links) Johannes Schlimper, Carmen Kelz und Hannah Huber mit ihren Smartphones nach Vorbildern bei der Porträtgestaltung. | Bild: Matthias Sochor

Waldshut-Tiengen – Wenn der niederländische Maler Rembrandt im 17. Jahrhundert vor der Staffelei stand und an einem Porträt arbeitete, suchte er Anregungen stets auch auf Bildern von früheren Künstlerkollegen, um deren Bildideen aufzunehmen und weiterzuentwickeln. Diese Arbeitsmethode war ihm nur deshalb möglich, weil er eine große Sammlung originaler Druckgrafiken anderer Künstler besaß. In den Kunstleistungskursen begeben sich die Schüler am Hochrhein-Gymnasium Waldshut heute auch auf Motivsuche, wenn sie eigene Bilder planen.

Nun auch WLAN außerhalb des regulären Unterrichts
Seit Kurzem ist ihnen das ständig möglich – auch in Zusatzstunden außerhalb des regulären Unterrichts. Mit wenigen Klicks sind sie im Internet und können buchstäblich Vor-Bilder beziehungsweise Anregungen suchen, um diese nach eigenem Bildkonzept und mit eigener bildnerischer Handschrift zu übersetzen. Das geschieht nun mittels Smartphone und im für die Lernenden der Kursstufe generell offenen schulinternen WLAN, dem drahtlosen lokalen Netzwerk. Dies schreibt die Schule in einer Pressemitteilung.
Der Öffnung des Netzes ging demnach eine längere Debatte voraus, denn der Vorschlag zu diesem Schritt kam von der Schülermitverantwortung (SMV), fand breite Unterstützung in der Gesamtlehrerkonferenz und schließlich auch in der Schulkonferenz. Die seit Monatsbeginn wirksame Maßnahme entspreche den Anforderungen eines zeitgemäßen Umgangs mit den neuen Medien und gehe von einem verantwortungsvollen Umgang der Schüler der Kursstufe mit dem Internet aus, sagt die Schulleiterin des Hochrhein-Gymnasiums, Mechthild Rövekamp-Zurhove. Für die Administratoren bleibe jederzeit nachvollziehbar, welcher Schüler welche Verbindungen genutzt hat. Und es gebe einen Jugendschutzfilter, ebenso ist die schuleigene Medienordnung einzuhalten.
Im Unterricht selbst gilt weiterhin, dass das Einschalten und Nutzen eines Handys nur auf ausdrückliche Aufforderung der Lehrkräfte hin gestattet ist. Eine Nutzung der Geräte bei Klausuren oder in Prüfungssituationen bleibt ausgeschlossen.
Bereits für die kommenden Sommerferien ist geplant, das Hochrhein-Gymnasium an das Glasfaser-Netz der Stadt Waldshut-Tiengen als Schulträger anzuschließen, um das schulinterne Netz noch stabiler und erheblich leistungsfähiger zu machen. Der selbstständigen Recherche, wie etwa im Atelier bei der Malerei, und dem Nachrichtenaustausch steht im Schulgebäude nun auch außerhalb des Unterrichts für Kursstufenschüler nichts mehr im Wege.

Text: Matthias Sochor (HGWT), erschienen im SÜDKURIER am 22.05.2019

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