29.06.2018 - Südkurier: Proben zahlen sich aus
Friedenslieder in einer Fantasiesprache bot der Schulchor der Zehntklässler des Hochrhein-Gymnasiums beim diesjährigen Mentorenkonzert. | Bild: Susanne Schleinzer-Bilal

Zehntklässler überzeugen bei Mentorenkonzert

Waldshut-Tiengen – Seit Beginn des Schuljahrs haben die Zehntklässler der Musikprofilklassen am Hochrhein-Gymnasium Waldshut für das Mentorenkonzert 2018 geprobt. Sie dirigieren die schuleigene Big Band, das eigens gegründete Orchester und den Schulchor. Den Anfang machte das Klassenorchester, das unter der Leitung von Amelie Stoll eine Gavotte von Johann Sebastian Bach intonierte.
Klassische und modernere Werke
Ein Menuett und Trio A-Dur von Luigi Boccherini aus dem Quintett Nr. 5 in E-Dur wurde dann von Verena Kaiser dirigiert. Den ungarischen Tanz Nr 5 in fis-moll hatte Niklas Rupp mit dem Orchester eingeübt. Songs of Sanctuay aus Adiemus von Karl Jenkin trug dann der Schulchor vor. Alle Lieder standen für Frieden und wurden in einer Phantasiesprache gesungen. Der erste Titel „Adiemus“ wurde von Lena Granacher dirigiert. Die musikalische Leitung für das Stück „Cantus insolitus“ hatte Shuxin Lin übernommen. Das Lied „Amaté adea“ wurde von Vivien Thoma dirigiert, „Kayama“ von Helena Schachner.
„Ich bin noch ganz geflashed von dem Chor. So einen Chor habe ich selten gehört, das war einfach super“, kommentierte der Leiter der Big Band, Stefan Zenth, das Konzert des Schulchors. Aber auch die Big Band selbst konnte sich hören lassen. Nach dem rockigen Titel „Brass Machine“ von Mark Taylor und dirigiert von Marco Bach, folgte „Summertime", eine Ballade von George Gershwin, gesungen von Nola Ouambo und dirigiert von Sophia Baumgartner.
Als Sahnehäubchen gab es dann zum Abschluss noch die Titel „Don't know why“ von Jesse Harris und „Feeling good“ von Anthony Newley und Leslie Bricusse, die von Nola Ouambo gesanglich begleitet wurden. Natan Lauer am Flügelhorn und Trompete und Sophia Baumgartner am Saxophon steuerten mit ihren Soli zusammen mit dem Orchester den instrumentalen Teil bei.
Mit einer fulminanten Blues Brothers Revue verabschiedeten sich die Schüler dann von ihrem Publikum. Die Ausbildung der Mentoren und die Leitung des Klassenorchesters lagen in den Händen von Matthias Lauer. Stefan Zenth hatte die Leitung der Big Band übernommen. Den Chor geleitet hatte Ulrich Tomm, die Chorbegleitung am Klavier hatte Ulrike Ruppaner übernommen.
Text: Susanne Schleinzer-Bilal, schienen im SÜDKURIER am 29.06.2018

21.02.2018 - Südkurier: Eine Schule zeigt Farbe
Die drei Schülerinnen Anne Stoll, Lena Schlachter und Tanja Schuchter (von links) nennen ihre Fahrrad-Installation „(Un-)Begrenztes“. Bild: Rosemarie Tillessen

15.Kunstfest am HGWT

Waldshut-Tiengen – Zum 15.Mal feierte das Hochrhein-Gymnasium in Waldshut sein alljährliches Kunstfest. Gezeigt werden auf drei Stockwerken die bildnerischen Arbeiten der zwei Kurse Bildende Kunst des diesjährigen Abiturjahrgangs. Über 200 Gäste waren zur Eröffnung in den Musikraum gekommen. Susann und Matthias Sochor als Lehrkräfte der Kunstkurse führten in die Schau ein. Musikalisch begleitet wurden sie dabei vom Musikkurs der Klasse 12 unter der Leitung von Mathias Lauer. Sein Kurs hatte bekannte Musikstücke von Monteverdi, Johannes Brahms und Wolfgang Amadeus Mozart stark bearbeitet und instrumental spannend umbesetzt. Im Brennpunkt dann aber eine Performance von einigen Schülern in weißen Schutzanzügen: Sie zeigten als Welturaufführung in einer Choreografie von Alexander März Gefühle wie Liebe, Freude und Aggressionen.
Damit leiteten sie zum Thema des Festes über: Was steckt hinter der Hülle eines Menschen? Was ist Selbstdarstellung, was ist Verwandlung? Dafür hatten die 27 Schüler der Kurse vielfältigste Antworten gesucht. So wurde der anschließende Bummel durch das Schulgebäude zum spannenden Abenteuer, das in diesem Jahr unter dem Motto „Figurativ“ stand. Die Bald-Abiturienten hatten sich intensiv mit Künstlern wie Rembrandt, Michelangelo oder der Fotografin Cindy Sherman befasst und waren dem Architekten Peter Zumthor in Bregenz begegnet. Sie hatten altmeisterliche Techniken und das Skizzieren kennengelernt und standen sich gegenseitig Modell. Sie verhüllten, verkleideten oder verwandelten sich, wie man in einer eindrucksvollen Fotoserie mit Selbstinszenierungen im Musikraum erleben konnte: Da fand der berühmte „Schrei“ von Edvard Munch eben einfach mal am Rheinweg statt.
Doch man sah noch viel, viel mehr: Skulpturen aus Schaumbetonstein, plastische Skizzen mit Graphitstift, befremdliche Installationen, bei denen etwa eine lebensgroße Person die Leinwand sprengt (Marie Bahr), eine gestaltete Schaufensterpuppe und ihr Bezug zur aktuellen Me-Too-Debatte (Lisa Moreau) oder kleine verfremdete Fotoreihen zu bekannten Kunstwerken (Nico Müller). Ein Besuchermagnet war schließlich das Video eines „getanzten Bildes“ von Clara Wolf, in dem sie dramatisch Gefühle und Körpererfahrungen darstellt. Oder die weiträumige Installation „(Un-)-Begrenztes“ mit einem blauen Fahrrad von Anna Stoll, Lena Schlachter und Tanja Schuchter. Und, und, und... Bereitwillig diskutierten an diesem Abend die jungen Künstler mit ihren neugierigen Gästen. Und diese waren beeindruckt von so viel Kreativität, Fantasie und Können. Wer an diesem Abend nicht dabei war, kann die ausgestellten Arbeiten im Gymnasium bis Anfang Juni werktags besichtigen.
Text: Rosemarie Tillessen, erschienen im SÜDKURIER am 21.02.2018

14.12.2017 - Südkurier: Gefeiertes Adventskonzert
Virtuos spielte das Unterstufenorchester des Hochrhein-Gymnasiums unter der Leitung von Matthias Lauer und unter Mitwirkung von Klaus Bürger in der Liebfrauenkirche auf. | Bild: Susanne Schleinzer-Bilal

Tosender Applaus als Dank

Waldshut-Tiengen – „Wir haben Engel musizieren hören, Ihr wart wunderbar“, lobte Mechthild Rövekamp-Zurhove die Musiker des Hochrhein-Gymnasiums, des Projektchors und des Jugendsinfonieorchesters Waldshut-Tiengen, die das Adventskonzert in der voll besetzten Liebfrauenkirche in Waldshut bereichert hatten. Die zahlreichen Zuhörer dankten den Musikern denn auch mit tosendem Applaus. Den Anfang machte das Unterstufenorchester unter der Leitung von Klaus Bürger und Matthias Lauer. Mit ihren Stücken „Pachelbel's Christmas“, arrangiert von Larry Moore, und „Merry go Rondo" von Gerald Anderson brachten sie einen ersten Hauch von Weihnachten in das Gotteshaus.
Der Schul- und der für das Konzert gegründete Projektchor des Hochrhein-Gymnasiums Waldshut unter Leitung von Uli Tomm und an der Orgel begleitet von Markus Funck, zeigte seine enorme Bandbreite. Mit „Sing, jubilate Deo“ von Jerry Ester knüpfte der Chor an die Tradition der klassischen Kirchenmusik an. Äußerst gut intoniert wurde auch das mitreißende Gospel „Let us break Bread together“, arrangiert von Tore W. Aas. Von schlichter Schönheit geprägt war dann das Stück „Irish Blessing“, von Bob Chilcott, das die Sänger mühelos meisterten.
Fröhlich und heiter ging es mit dem Titel „Star Carol“ von John Rutter weiter. Ergreifend und ruhig erklang „A clare Benediction", ebenfalls von John Rutter. Jazzig und schwungvoll gab der Chor dann „Carol of the Bells“, arrangiert von Kirby Shaw, zum Besten. Das Jugendsinfonieorchester Waldshut-Tiengen, das aus der Musikschule Südschwarzwald, dem Klettgau-Gymnasium Tiengen und dem Hochrhein-Gymnasium Waldshut besteht, beeindruckte dann mit der Ouvertüre Miniature und dem Marsch aus der „Nussknacker-Suite" von Peter Tschaikowski. Der Kanon „Mache dich auf und werde Licht, denn dein Licht kommt“, von Publikum und Sängern gemeinsam vorgetragen, beendete das Konzert.

Text: Susanne Schleinzer-Bilal, erschienen im SÜDKURIER am 14.12.2017

27.10.2017 - Südkurier: Szenen aus Goethes „Faust I“
Gruppenbild mit Faust-Figuren: Frank Arnold (v.l.) nach seiner Lesung im HGWT mit Schulleiterin Mechthild Rövekamp-Zurhove, Jürgen Glocker von der Dr.-Inge-Freytag-Stiftung, Lehrer Matthias Sochor und dem stellv. SL Markus T. Funck. Bild: U. Freudig

Lesung mit Frank Arnold

Waldshut-Tiengen – Ein Sprecher, Faust und Hörgenuss pur – dies die Kurzformel für eine außergewöhnliche Lesung, die sicher auch Goethe gefallen hätte: Frank Arnold las am Dienstagabend im Musiksaal des Hochrhein Gymnasiums (HGWT) aus dem Faust I. Schüler machten den größten Teil des Publikums aus. Für die Jahrgangsstufe 11 ist Goethes Faust ab 2019 Abiturthema, im Unterricht behandelt wird er schon jetzt. Nach einführenden Worten in den Fauststoff durch Matthias Sochor, Lehrer am HGWT, zelebrierte Frank Arnold das Lesen.
Rund eineinhalb Stunden ließ er Goethes Wortkunst zur lebendigen Sprach- und Klangkunst werden. Man wurde mitgenommen und getragen von einem Sprachfluss, bei dem sich eines ins andere fügte: Die Stimme Frank Arnolds, ihre vielschichtigen Modulationen, seine Mimik und Gestik und Goethes Worte waren eine Einheit. Arnold las nicht einfach „nur“ Wörter, er erfühlte sie aus der Sicht der Figuren, die sie sprachen und blieb dennoch ein souveräner Erzähler.
Auch das Bühnenbild hätte passender nicht sein können. Faustfiguren aus Pappmaché, das Gretchen und natürlich auch Mephistopheles standen links und rechts von Frank Arnold. Schüler der 6. Klassen haben sie unter Regie von Matthias Sochor im Kunstunterricht gefertigt. Frank Arnold ist gebürtiger Berliner, er ist Dramatiker, Regisseur, Schauspieler und Sprecher. Die Kulturmagazine Aspekte, Artour und ttt spricht er, in vielen Dokumentarfilmen ist er zu hören und auf vielen Hörbüchern – etwa von Anthony Powell, Tom Clancy, Noah Gordon, Ilija Trojanow – steht sein Name. 2014 erhielt Frank Arnold den Hörspielpreis als bester Interpret.
Dass dieser hochkarätige und vielbeschäftigte Künstler im Hochrhein Gymnasium zu Gast war, ist Hauptverdienst der Dr.-Inge-Freytag-Stiftung. Sie hat zum zweiten Mal in Zusammenhang mit der Vergabe des Scheffel-Preises für die besten Abiturleistungen im Fach Deutsch, dem HGW eine kulturelle Veranstaltung geschenkt. Die Lesung hat vielleicht sogar dem sicher nicht ungetrübten Umgang der Schüler mit Goethes Faust neue Impulse gegeben. „Lest den Faust zusammen zu viert oder fünft laut, das ist ein guter und toller Weg, um sich dem Text zu nähern“, ermunterte Frank Arnold die Schüler.
Text: U. Freudig, erschienen im SÜDKURIER am 27.10.2017

10.04.2017 - Südkurier: Aufführung des Afrika-Musicals
Ein mitreißendes Spiel bot der Unterstufenchor des Hochrheingymnasiums, der in Begleitung einer Combo das märchenhafte Afrika-Musical "Kwela, Kwela" aufführte. Das Publikum war hellauf begeistert. Bild: Manfred Dinort

Mitreißendes Spiel, tolle Musik

Waldshut-Tiengen – Mit strahlenden Gesichtern und großer Begeisterung führte der Unterstufenchor des Hochrhein-Gymnasiums im voll besetzten Musiksaal das Afrika-Musical "Kwela, Kwela" auf, ein Werk des bekannten Komponisten und Musikpädagogen Andreas Schmittberger. Regie führten Ulrike Ruppaner und Markus Funck.
Für den passenden Sound sorgte eine achtköpfige Combo unter der Leitung von Stefan Zenth. Mit humorvollen und abwechslungsreichen Spielszenen, pfiffigen und mitreißenden Songs, begeisterten die Schülerinnen und Schüler, insgesamt über sechzig Akteure, das Publikum. Kwela, Kwela – Glückauf! Trotz widriger Umstände verstehen es die Menschen des tropischen Kontinents – im Musical sind es die Tiere – sich den extremen Herausforderungen zu stellen, immer wieder nach neuen Lösungen zu suchen und dabei den Humor und die Lebensfreude nicht aus dem Auge zu verlieren.
In diesem Sinne agierten die jungen Akteure auf der Bühne und lieferten dabei ein tolles und witziges Spektakel, das beim Publikum viel Heiterkeit auslöste. Der Teilnehmerkreis: Zebras, bunte Paradiesvögel, ein Löwe, ein Elefant, der weise Marabu und ein cleverer Buschhase.
Wichtiges Zubehör: eine Bratpfanne und ein ausgelatschter Stiefel, der als Orakel herhalten muss. Der Inhalt: Die Tiere in der Savanne sehnen den Regen herbei, denn schon lange leiden sie unter der anhaltenden Trockenheit. Daher beschließen sie, dem Rat des großen Orakels zu folgen und ein Wasserloch zu graben. Fleißig wird gebuddelt und tatsächlich finden die Tiere Wasser: Rettung in höchster Not. Doch das Wasser verschwindet immer wieder, nachts, wenn alle schlafen. Das Orakel empfiehlt, den Hasen Tschipo zu holen, da das Schicksal der Tiere an das Schlappohr gebunden sei.
Für viel Komik sorgen auch das Zebra Jake, das sich immer wieder mit der Bratpfanne auf den Kopf haut und Elefant Frank. Der will mit seinen Versuchen, ein Gedicht aufzusagen, Eindruck schinden, kommt aber nicht über die Zeilen "Oh Afrika, oh Afrika" hinaus – den Rest hat er vergessen. Der Hase Tschipo, von den Tieren zur Nachtwache am Wasserloch verdonnert, entdeckt bald den wahren Grund für das Verschwinden des Wassers: Drei Gespenster in weißen Umhängen treiben nachts ihr Unwesen. Mit Hilfe der Musik bringt er sie zur Vernunft.
Am Ende kommt es zu einem Deal, wobei alle auf ihre Kosten kommen. Die Freude ist groß, die Akteure ziehen singend durch den Saal, das Publikum ist hell begeistert. Weil der Applaus nicht enden will, stimmt der Chor als Zugabe nochmals die Titelmelodie "Kwela-Kwela" an.
Text: Manfred Dinort (SÜDKURIER)

08.03.2017 - Südkurier: 150 Besucher beim Kunstfest
Hier eine von Schülern gestaltete Bücherbank zum 500. Reformationsjubiläum /(v.l.) Leonie Mutter, Nathalie Kerlen, Kursleiter Matthias Sochor und Leonie Gethke.

Bunte Bänke zum Reformationsjubiläum

Waldshut-Tiengen – Die „Bald-Abiturienten“ der Kurse Musik und Kunst am Hochrhein-Gymnasium hatten zum Kunstfest 2017 geladen. Und 150 neugierige Gäste kamen, um einen Einblick in deren Arbeiten zu gewinnen. Sie wurden festlich begrüßt mit einer Sinfonie des 17-jährigen Wolfgang A. Mozart, gespielt vom Orchester des Kurses Musik, geleitet von Musiklehrer Ulrich Tomm und von vier verschiedenen Schülerinnen dirigiert. Anschließend führte Kunsterzieher Matthias Sochor in die Ausstellung seiner 19 Kursteilnehmer ein, die diesmal unter dem Motto „Metamorphosen“ stand.
Auf drei Stockwerken des Gymnasiums waren die bildkünstlerischen Projekte ausgestellt, die die Schüler nach der Auseinandersetzung mit den Künstlern Rembrandt, Michelangelo und Cindy Sherman in ihre eigene Bildsprache umgesetzt hatten: in Malerei, Skulpturen, Videos und Filmen. Doch die größte Aufmerksamkeit erregten vier Bänke im Erdgeschoss, die von elf jungen Kursteilnehmern künstlerisch gestaltet waren. Sie stellten sich damit dem diesjährigen Lutherprojekt „Was uns trägt“. Herausgekommen sind vier bemalte Sitzbänke in einer spannenden Auseinandersetzung mit der Bilderwelt von Cranach, Luther oder Dürer und der Welt von heute. Jede Bank trägt ihre ganz eigene Handschrift und ist später für öffentliche Plätze bestimmt, Vielleicht auch als Highlight für die Waldshuter Kaiserstraße?
Aber auch andere Arbeiten bestechen: etwa ein fotografierter Wachtraum, der die Verwandlung zur Wassernixe aufzeigt (mit einer echten Keramikfigur), interessante Skulpturen oder bildstarke Malereien im Spiel mit Maske und Verhüllung. Beeindruckt dankte Schulleiterin Mechthild Rövekamp-Zurkove dem engagierten Kursleiter und den jungen Künstlern: „Diese Präsentation zeigt gymnasiales Niveau!“ Und zum Trost für alle, die bei dieser einmaligen Aktion nicht dabei waren: Die Malereien, Zeichnungen, Fotografien und eine Auswahl der Skulpturen bleiben bis Ende Mai im Schulhaus ausgestellt!
Text: Rosemarie Tillessen, SÜDKURIER
22.10.2016 - Südkurier: Meister des tiefsinnigen Wortes
Die deutsche Sprache kann begeistern – dies zeigten am Hochrhein Gymnasium der Poetry Slammer Tobias Gralke (von links) und die Schülerinnen Celina Schäuble, Katja Stein, Anna Köllner und Lotta Klister. Bild: Ursula Freudig

Poetry Slammer Tobias Gralke begeistert am HGWT

Waldshut-Tiengen – Ein Meister des Worts stand mit Tobias Gralke am Donnerstagabend im Musiksaal des Hochrhein-Gymnasiums auf der Bühne. Vor voll besetzten Stuhlreihen zeigte der 25-jährige Landesmeister (2012) und Drittplazierte bei den deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften (2014) seine Kunst. Der Wortakrobat, Poetry Slammer, Slam Poet oder Spoken Word Autor, wie immer man ihn nennen will, hat mit dem Vortragen seiner selbst verfassten Gedichte und Texte die Aufmerksamkeit des Publikums gefesselt und dabei oft auch berührt.
Etwa als er Gespräche von dementen Menschen in einem Heim abspielen ließ und zwischendurch in eigenen, kunstvoll ausgedrückten Gedanken, eine Lanze für sie brach. Tiefsinniges über den Zustand der Welt, Persönliches, auch lustige Wortspielereien, teilte Gralke in klanglich wunderbar fließenden, sich oft logischen Sprachmustern verweigernden Texten mit. Immer wieder forderte er dazu auf, sich verantwortlich für unsere "Welt aus den Fugen" zu fühlen. "Und die Welt, die ihr so liebt, nicht dem Tod überlasst" – mit diesen Worten beendete er unter dem stürmischen Applaus des Publikums seinen Auftritt.
"Was für ein Talent und was für ein wunderbarer Mensch", sagte Schulleiterin Mechthild Rövekamp-Zurhove in ihren Dankesworten und dürfte damit dem Publikum aus dem Herzen gesprochen haben. Aber nicht nur er hatte das Publikum für sich eingenommen, sondern auch vier Schülerinnen des Hochrhein Gymnasiums: Katja Stein, Celina Schäuble, Lotta Klister und Anna Köllner trugen Texte vor, die interessant, frech und witzig, Einblicke in ihr Denken, Fühlen und Erleben gaben. Verfasst hatten sie die Texte am Vormittag in einem Workshop unter der Leitung von Tobias Gralke.
Workshop und Abend möglich gemacht hatte die Dr.-Inge-Freytag-Stiftung, die künftig gezielt das Hochrhein-Gymnasium, seine Scheffelpreisträger und Veranstaltungen an der Schule unterstützt. Ihr Ziel ist es, das Interesse junger Menschen an Sprache und Literatur zu wecken und zu fördern. Tobias Gralke war hierfür ein überaus gelungener Auftakt.
Text: Ursula Freudig, SÜDKURIER
30.07.2016 - Südkurier: Mozart kindgerecht
Die Unterstufenschüler des HGWT verzauberten das Publikum mit ihrer Aufführung der Oper „Die Zauberflöte“ von W. A. Mozart. In der Mitte des Chors die Solisten Katharina Freise als Tamino und Alina Winter als Pamina. Bild: L. Schmitt

Schüler spielen „Die Zauberflöte“

Waldshut-Tiengen – Das monatelange Proben macht sich bezahlt: 65 Schüler des Hochrhein-Gymnasiums Waldshut führten die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart in einer Fassung für Kinder vor rund 150 Besuchern im vollständig besetzten Musiksaal der Schule auf. Die Schüler des Musikprofils der Klassen fünf, sechs und sieben hatten gemeinsam mit dem Unterstufenchor unter der Leitung von Markus Funck und Silke Ruppaner bereits nach den Weihnachtsferien mit den Proben für die Oper begonnen.
Das Ergebnis war eine sowohl darstellerisch als auch musikalisch erstklassige Aufführung, denn es wurde bei der Zauberflöte nicht nur gesungen: Unter der Gesamtleitung von Markus Funck schauspielerten die Schüler des Chors, außer den Arien der Königin der Nacht wurde kein Solo aus der Originalfassung gestrichen. Solostücke sangen Katharina Freise als Tamino, Alina Winter als Pamina und Annalena Freise als Papageno.
Die Oper von Wolfgang Amadeus Mozart handelt von dem Prinzen Tamino, der gemeinsam mit dem Vogelfänger Papageno von der Königin der Nacht beauftragt wird, die Prinzessin Pamina aus der Gefangenschaft des angeblich bösen Sarastro zu befreien. Als Ausrüstung erhält Tamino die Zauberflöte, mit der es ihm gelingt, die Prinzessin zu finden. Doch bevor die beiden vereint sein können, muss Tamino drei von Sarastro gestellte Prüfungen bestehen. Durch ihre Liebe und die Zauberflöte finden Tamino und Pamina schließlich zusammen.
Begleitet wurde die Opernaufführung von Silke Ruppaner und Klaus Bürger vierhändig am Klavier. Markus Funck erklärte, dies habe gegenüber der klassischen Orchesterbesetzung den Vorteil, dass man nur die Solisten akustisch verstärken müsse: „Es war mir sehr wichtig, dass ein natürlicher Kinderchorklang live und in Farbe zu hören ist.“ Für die ausgezeichnete Aufführung der anspruchsvollen Mozart-Oper ernteten die jungen Sänger und Schauspieler vom Publikum tosenden Applaus.
Text: Lukas Schmitt, SÜDKURIER (30.07.2016)
23.07.2016 - Südkurier: Orchesterkonzert im HGWT
Unterstufenorchester und Schulorchester beim wohlverdienten Schlussapplaus nach einer gut gelungenen, mitreißenden Komposition von Tangokönig Astor Piazolla beim Orchesterkonzert des Hochrhein-Gymnasiums Waldshut. Bild: Johannes Schanz

Junge Musiker in Höchstform

Waldshut-Tiengen – Beim diesjährigen Orchesterkonzert des Hochrhein-Gymnasiums Waldshut bewiesen die jungen zum Teil äußerst talentierten Schüler, dass die "ernste Musik" immer noch in der Lage ist, wahre Begeisterungsstürme auszulösen – sowohl beim Publikum als auch bei den jungen Interpreten. Fast 50 Musiker boten ein abwechslungsreiches, von hohem künstlerischem Niveau geprägtes Konzert.
Nächste Woche beginnen die Sommerferien. Und das ist auch der Grund, weshalb die Früchte einer erfolgreichen Arbeit der begabten Schüler, die ein Musikinstrument spielen, im Rahmen eines mitreißenden Orchesterkonzertes, das unter der Leitung der beiden Musiklehrer Mathias Lauer und Klaus Bürger im Musiksaal des Hochrhein-Gymnasium in Waldshut stattfand. Das Unterstufenorchester, das Schulorchester und das Kammermusikensemble des HGWT präsentierten sich hierbei trotz hochsommerlicher Temperaturen bei über 30 Grad in Höchstform. Es war eine wahre Freude, den jungen Musikern zuzuhören und zu erleben, wie sie anspruchsvolle Konzertliteratur mit Ernsthaftigkeit und spielerischer Leichtigkeit unbekümmert zu präsentieren wussten.
Mit kontinuierlichem gestalterischem Spannungsbogen gelang Musiklehrer Mathias Lauer ein abwechslungsreiches Programm, das beginnend mit dem Unterstufenorchester, sich kontinuierlich steigerte und einen vorläufigen Höhepunkt im Blumenwalzer von Peter Iljitsch Tschaikowsky fand. Mit Anna-Lena Rupp (Flöte), Clara Lauer und Katrin Friedrich (Violinen), Gloria Kaiser (Viola), Hanna Friedrich (Cello) und Adrian Brenneisen (Kontrabass) bewiesen die jungen Leute, dass die Kammermusik längst noch nicht zum alten Eisen zählt. Und, dass Spieler und Publikum jederzeit voller Begeisterung in der Lage sind, in die Welt eines Felix Mendelssohn Bartholdy oder eines Luigi Boccherini abzutauchen, um den Alltag für einige glückliche Minuten zu vergessen.
Nach einer Pause spielte das Schulorchester Werke von Wilhelm Friedemann Bach, Luigi Boccherini und Astor Piazolla, dessen „Libertango“ der jungen begabten Cellistin Hanna Friedrich wiederholt Gelegenheit gab, ihr herrliches Instrument seelenvoll und voller Leidenschaft zum Erklingen zu bringen. Krönender Abschluss bildete dann das „Jazz Pizzicato“ von Leroy Anderson, bei dem alle Mitwirkenden zu einem großen Klangensemble vereint, ihre verschiedenen Instrument in einer beeindruckenden Komposition zu präsentieren wussten. Als erhoffte Zugabe erklang dann noch einmal der berühmte „Libertango“ von Astor Piazolla in großer Besetzung und das begeisterte Publikum konnte sich noch einmal stolz vom enormen Leistungsstand seiner Zöglinge überzeugen.
Text: Johannes Schanz, SÜDKURIER am 23.07.2016 
18.07.2016 - Südkurier: Umjubelte Revue LINIE 1
Ein Teil des Chors. Im Hintergrund (v. r.) Janine Küpfer (Mädchen), Nathan Lauer (Mann mit Hut), Alexander Jährling (Johnnie) und Bambi (Christoph Kramer). Bild: Rosemarie Tillessen

Mädchen sucht Märchenprinz

Waldshut-Tiengen – Schauplatz ist Berlin 1986. Ein junges Mädchen (sensibel dargestellt von Janine Küpfer) kommt als Ausreißerin mit dem Nachtzug in Berlin an. Sie sucht ihren Märchenprinzen Johnnie (cool gespielt von Alexander Jährling), der ihr viel versprochen hat. Doch statt ihm trifft sie auf die skurrilsten Typen: den Gelegenheitsdealer Bambi (witzig inszeniert von Christoph Kramer), die tröstende Maria (temperamentvoll gespielt von Clara Wolf), den Rentner Hermann (köstlich dargestellt von Madleen Morath), den Punk Kleister (Adrian Brenneisen) oder die verrückten Freundinnen Risi und Bisi. Aber auch auf den gefährlichen Mondo, der ihr k.o.-Tropfen ins Getränk tut, den geheimnisvollen Jungen mit Hut (Nathan Lauer) und viele andere.
Auf der Bühne einzig zwei U-Bahnbänke, an der Stirnseite wechselnde Videos der U-Bahn zwischen den Stationen Zoologischer Garten und Schlesisches Tor und an der Seite eine angedeutete Frittenbude. Die musikalische Revue mit tragikomischen Spielszenen hatte 1986 Uraufführung im Grips Theater Berlin und ist mit seinen Kultsongs („6.14 Bahnhof Zoo“, „Du sitzt mir gegenüber“, „Nachruf“, „Es ist herrlich zu leben in Berlin“ und mehr) bis heute der Renner geblieben. Zwei Stunden leidet und hofft das Publikum mit dem Mädchen, staunt über die musikalische Leistung der Solisten und des Chors – kraftvoll begleitet von der hauseigenen Rock-Band. Und genießt nicht nur das Happyend sondern auch den aberwitzigen Auftritt der Wilmersdorfer Witwen (gespielt von den Lehrern Klaus Bürger, Christoph Demandt, Matthias Sochor und Uli Tomm), die in das fetzige Geschehen politische Töne einbringen. Doch ansonsten halten sich die Leiter des Events (Uli Tomm, Stefan Zenth, Ulrike Ruppaner, Markus Funck) zurück: Sie haben die „sichtbare“ musikalische Leitung ganz an die jungen Dirigenten der Klasse 10 b abgegeben. Für die Musical-Darbietung ernteten alle großen Applaus.
Text: Rosemarie Tillessen, SÜDKURIER (18.07.2016)
24.02.2016 - Südkurier: Doppelter Grund zum Feiern
Talent: Schüler und Jugendkunstpreisträger Sebastian Schmidt aus Höchenschwand mit seinem neuen Werk, das Sakrales mit Surrealem verbindet. | Bild: Ursula Freudig

Kunstfest und Einweihung des Nordflügels mit Musiksaal

Festliche Klänge von einem Schüler-Bläserensemble eröffneten Einweihung und Kunstfest. Diese „doppelte Freude“, wie Schulleiter Lothar Senser es formulierte, teilte die Schule mit rund 200 Gästen. Darunter waren etliche Gemeinderäte, Oberbürgermeister Philipp Frank, Bürgermeister Martin Gruner sowie der Architekt Klaus Rombach.

Große Freude über bessere Lernbedingungen 
Treffpunkt war der sanierte Musik- und Veranstaltungsraum, Herzstück des Nordflügels. Multifunktionale Beratungsräume im Untergeschoss, neue Toilettenanlagen und durch räumliche Erweiterungen bessere Arbeitsbedingungen für die Fachbereiche Musik, Bildende Kunst und Informatik, sind Ergebnis der Sanierung. „Es war alles in die Jahre gekommen“, sagte Schulleiter Senser. 1958 ist das Hochrhein-Gymnasium gebaut worden. Senser dankte der Stadt (Schulträger), die unter dem vorherigen Oberbürgermeister Martin Albers die Baumaßnahme beschlossen hatte. Ebenso dem Förderverein der Schule, der sich finanziell beteiligte.
Oberbürgermeister Philipp Frank bezeichnete das „Lernen an bestmöglichen Schulen“ als wichtigen Standortfaktor für Waldshut-Tiengen. Für die Einweihungsfeier und als Brücke zum anschließenden Kunstfest, hatten sich Schüler unter der Regie von Musiklehrer Markus Funck etwas einfallen lassen: Zu zwei Bildern von Mitschülern spielten sie Eigenkompositionen, die das Abgründige und Vielschichtige der Werke musikalisch ausdrückten.

Junge Künstler präsentieren vielfältige Werke
Kunstlehrer Matthias Sochor führte in das Kunstfest ein, das unter dem Motto „Verwandeltes Ich“ stand. Zum 13. Mal ging es am Hochrhein-Gymnasium über die Bühne. Neben Semesterprojekten, die zum großen Teil eigens für das Fest geschaffen wurden, zeigten Schüler (Abiturstufe) des vierstündigen Leistungskurses Bildende Kunst größtenteils Objekte zum Abitur-Schwerpunktthema „Selbstdarstellung und Verwandlung“. Die jungen Künstler waren Spuren von Michelangelo, Rembrandt und der Fotografin Cindy Sherman gefolgt. Skulpturen aus Gasbetonblöcken, oft surreal anmutende Selbstdarstellungen, diese auch aneinandergereiht in einem Video, hielten mit ihrer nicht selten verstörenden Wirkung die Blicke der Betrachter fest. Dies gilt besonders für das neueste Werk des Jugendkunstpreisträgers Baden-Württemberg 2014, Sebastian Schmidt.

Text: Ursula Freudig, SÜDKURIER