28.02.2018

Südkurier: Schüler ‚schweben‘ zum Sieg

Erfolgreiche Teilnahme am Regionalwettbewerb „Jugend forscht“

Waldshut-Tiengen: Alex Korocencev (17) aus Dogern und Felix Sewing (16) aus Waldshut, Schüler der Klassenstufe 11 des Hochrhein-Gymnasiums, haben den ersten Platz beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht" erreicht. Ihr selbst entwickeltes Hoverboard (Flugbrett) begeisterte die Fachjury. Nun geht es direkt weiter zum Landeswettbewerb.

Die Schüler Felix Sewing (links) und Alex Korocencev (rechts) vom Hochrhein-Gymnasium Waldshut präsentieren ihr preisgekröntes Hoverboard und die zugehörige Steuerungseinheit. | Bild: Matthias Sochor

Waldshut-Tiengen – Zwei Schüler des Hochrhein-Gymnasiums Waldshut haben beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ den ersten Preis sowie einen Sonderpreis im Fachgebiet Technik gewonnen und treten nun beim Landeswettbewerb an.
Inspiration für ihr gemeinsames Projekt Hoverboard bot die Science-Fiction-Filmkomödie „Zurück in die Zukunft“. Alex Korocencev (17) aus Dogern und Felix Sewing (16) aus Waldshut, Schüler der Klassenstufe elf des Hochrhein-Gymnasiums, waren fasziniert von dem Flugbrett, mit dem es Filmheld Marty McFly mühelos gelang, über alle Hindernisse hinweg zu schweben. Nachrichten von einer neuen Generation der Hochgeschwindigkeitszüge, bei welcher die magnetische Schwebetechnik mit elektromagnetischem Vortrieb im Hochvakuum verbunden werden soll, motivierten die beiden jungen Forscher zusätzlich. Die Filmwelt ist reine Fiktion. Und Firmen, die heute tatsächlich Hoverboards, also Flugbretter, entwickeln, schweigen zu deren Funktionsprinzipien.
Und so wurden Alex und Felix selbst tätig. Ihr Ziel: Sie wollten ein Hoverboard entwickeln und bauen, das wirklich abhebt, also nach dem Prinzip der magnetischen Abstoßung über einer Kupferplatte schweben kann. Vollkommen selbstständig leisteten sie sämtliche notwendige Berechnungen, unternahmen Vorversuche, entwarfen und optimierten die Apparatur und konstruierten alle Teile. Betreut wurden sie von Physiklehrer Dirk Barthel, der ihnen den schuleigenen 3D-Drucker zur Verfügung stellte, mit welchem die Schüler die notwendigen Komponenten fertigen konnten, um ein kleines Hoverboard mit vier Motoren zu bauen. Und das gelang den Nachwuchs-Erfindern.
Unter den 187 Teilnehmern beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ in Freiburg, vertreten mit insgesamt 95 Projekten, fiel das Hoverboard vom Hochrhein sofort auf. Bei der zunächst nicht-öffentlichen Präsentation ihres Projekts vor zwei Fachjurys mussten sich Alex und Felix einer gründlichen Prüfung unterziehen. Zu jedem Detail gab es Fragen. Neben den inhaltlichen Leistungen wurde auch sehr genau kontrolliert, was die beiden selber gemacht haben oder wo eventuell Lehrer, Eltern oder andere geholfen hatten. „Die Detailfragen hätten wir gar nicht beantworten können, wenn das jemand anderes gemacht hätte. Es wurde klar, dass wir wirklich alles – in Theorie und Praxis – selber erarbeitet hatten“, erinnern sich Alex und Felix an den Moment der Prüfung. Die Begeisterung der Juroren ging so weit, dass auch die Experten aus anderen Fachgebieten, zum Beispiel Chemie, Physik und Mathematik/Informatik zu den beiden kamen und sich ihr Projekt vorstellen ließen. Glücklich, aber auch sehr geschafft waren beide Schüler des Hochrhein-Gymnasiums am Ende des ersten Präsentationstages.
Am Folgetag, als die Jugend-forscht-Präsentation für die Öffentlichkeit zugänglich war, erhielten beide erneut viel Zuspruch. Mit großem Erfolg schlossen sie den Regionalwettbewerb ab: Alex Korocencev und Felix Sewing wurde der erste Preis im Fachgebiet Technik verliehen, zusätzlich ein Sonderpreis mit einer Prämie vom Arbeitgeberverband Südwestmetall.
Längst arbeiten beide Schüler an der Optimierung ihres Hoverboards, das als Projekt zur Teilnahme am Landeswettbewerb Baden-Württemberg Ende März in Stuttgart delegiert wurde. Die jungen Forscher zum weiteren Vorgehen: „Wir wollen anhand unseres Modells die Steuerung eines Hoverboards erproben. Hierzu muss es jedoch zunächst auf der Stelle schweben können. Um dies zu bewältigen, werden wir die Grundplatte des Hoverboards gegen eine CNC-gefräste Aluminium-Platte austauschen und auch andere 3D-Druckmaterialien verwenden.“ Ebenso soll eine Steigerung der Tragkraft ihres Apparats erreicht werden. Dass dies alles gelingen wird, daran lassen Alex und Felix keinen Zweifel aufkommen.
Text: Matthias Sochor, erschienen im SÜDKURIER am 28.02.2018

Das selbst entwickelte Hoverboard mit vier rotierenden Motoren schwebt wirklich – nach dem Prinzip der magnetischen Abstoßung. | Bild: Matthias Sochor

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