Neues vom Kinderhort in Atacames - 2017

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Auszüge aus dem Jahresrundbrief

„Mein besonderer Dank gilt den Vereinsmitgliedern, die unermüdlich das Projekt unterstützen. Besonders zu erwähnen ist das Hochrhein-Gymnasium für den „Tag für Atacames“, ohne den es das Projekt wahrscheinlich nicht mehr gäbe, der Elternbeirat des HGWT und die Schulband „Infinity“. (…)

Unser Jahr 2016 begann im „neuen“ Kinderhort, der 2015 erdbebensicher umgebaut, renoviert worden ist, sehr gut mit den monatlichen Arztbesuchen, dem Treffen der Eltern und dem Besuch von Herrn Senser, Rektor des Hochrhein-Gymnasiums und seiner Frau zu Ostern, den Geburtstagsfeiern usw.

Bis dann im April zum ersten Mal die Erde mit einer Stärke auf der Richterskala von 6,8 bebte. Atacames und Umgebung kam mit einem blauen Auge und einem großen Schrecken davon, die Schäden waren überschaubar, der Hort vollkommen unbeschadet. Aber leider bebte es weiter. Das nächste große Beben erreichte uns an der Küste im Juni mit 6,2 und davon merkten wir in Atacames schon deutlich mehr und jetzt bebt die Erde durchgehend seit dem 11.12. Leider liegt das Epizentrum direkt im Meer etwa 40 km vor der Küste und nur 2-7 km tief. Dieses Mal halten sogenannte Erdstöße von bis zu 5,7 Stärke die Menschen in Atem. Jetzt ist alles, was bis jetzt mit geringen Gebäudeschäden standhielt und nicht sofort gerichtet worden ist, abrissreif. Davon betroffen mehrere Hotels, Privathäuser etc. Der Kinderhort weist jetzt kleinere Risse auf, die aber behoben werden können, die Gebäudesubstanz ist nicht gefährdet. Nur wenige Menschenleben sind zu beklagen, da die Leute gelernt haben, sofort zu reagieren. Seit April sind über 3600 !!! Nachbebenverzeichnet und die ständige Angst ist zermürbend. Immer in Alarmbereitschaft zu leben, ist traumatisierend für die Küstenbewohner. (…)

Auf dem Sommerfest des Hochrhein-Gymnasiums, wo dem Verein der großzügige Scheck des „Tag für Atacames“ überreicht wurde, verabschiedete sich auch Herr Lothar Senser nach 14 Jahren als Rektor,in den wohl verdienten Vorruhestand und ich begrüßte Frau Mechthild Rövekamp-Zurhove als neue Schulleiterin, die uns ihre Unterstützung für den Kinderhortprojekt als Schulprojekt zusagte.

Zurück in Ecuador startete wir dann im September die zweite Bauphase und veränderten den vorderen Gebäudeteil, den wir zugunsten einer großen überdachten Terrasse verkleinerten und im November die letzte Bauphase: die Renovierung des am Dachsüber der Küche und dem Bad. Alles ist mit der großen Hilfe von Marisols Mann Delfin toll geworden und wir hoffen jetzt, dass wir Anfang Januar den normalen Betrieb wieder aufnehmen können.“

Zum neuen Jahr 2017: Grüße aus Atacames vom neuen Kinderhort, der einfach umwerfend geworden ist!! Seit zwei Tagen bebt die Erde nicht mehr, heute war ein Bauingenieur da, Spezialist in Erdbebenschäden, der uns gratuliert hat, super gebaut!!! Eure Carola Knäulein

Baustart für das letzte Umbauprojekt im Kinderhort 2016

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Aktuelles vom Kinderhort in Atacames und aus Ecuador

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Unser Schulleiter besuchte das Schulprojekt im März 2016 und besichtigte die Baufortschritte im Kinderhort. Am 16.04.2016 erlebte Ecuador ein schweres Erdbeben.

Die Präsentation (PDF) mit Eindrücken vom Ort Atacames und vom Kinderhort sowie mit Bildern von den durch das Erdbeben am 16.04.2016 entstandenen Schäden in Ecuador kann hier angesehen werden.

Impressionen vom Kinderhort Atacames 2015

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Der Aus- und Weiterbau unseres Schulprojektes kommt voran.

Kinderhort in Atacames (Ecuador)

Besuch in Atacames (2012)

Verantwortung leben

Warum wurde gerade der Kinderhort Atacames als Schulprojekt ausgewählt? Nahegebracht wurde uns der Kinderhort durch die Gründerin Carola Molina, die einige Jahre in Weilheim wohnte und deren zwei Töchter Schülerinnen am HGWT waren. Der Hort behütet, versorgt, erzieht und bildet Kinder von alleinerziehenden Müttern. Anlass zur Gründung des Kinderhorts in Atacames war ein tragisches Ereignis im Jahre 1996: eine allein stehende Mutter ging morgens zur Arbeit und schloss ihre zwei Kinder im Alter von drei und fünf Jahren in der Hütte ein. Das größere Kind fand eine Streichholzschachtel, die Hütte brannte ab, ohne dass die Nachbarn das Schloss rechtzeitig aufbrechen konnten. Carola Molina war damals so betroffen, dass sie sich spontan entschloss hier Abhilfe zu schaffen. Das HGWT hat dann im Jahre 2006 beschlossen, die Unterstützung des Kinderhorts in Atacames offiziell zum Schulprojekt zu erklären. Besonders gefallen hat uns bei diesem Projekt, dass Entwicklungszusammenarbeit ganz konkret erfahrbar wird. Koordiniert wird die Finanzierung des Horts mittlerweile von einem Förderverein, der von der Schule völlig unabhängig ist.

Seit einigen Jahren gibt es am HGWT Aktionen einzelner Klassen zur Unterstützung des Horts, auch der Erlös von Konzerten oder Schulfesten geht immer wieder nach Atacames. Im Rahmen des Spanischunterrichts führen wir alle zwei Jahre eine Studienfahrt nach Ecuador durch, die auch einen einwöchigen Aufenthalt im Hort beinhaltet. Die Eine-Welt-Thematik hat mittlerweile in vielen Fächern und Stufen Eingang gefunden und der Kinderhort Atacames bietet hier ein konkretes Beispiel und die Möglichkeit zur ganzheitlichen Vertiefung. Wir haben die Chance des schuleigenen Curriculums genutzt und die Beschäftigung mit dem Kinderhort Atacames als Beispiel dort hinein geschrieben. Ein ganz konkretes Beispiel hierfür ist das Integrative Modul der Fächer Geographie –Wirtschaft – Gemeinschaftskunde (GWG) in Stufe 8: Leben und Arbeiten in verschiedenen Kulturräumen. Kernstück unserer Unterstützung der Kinder im Hort ist der Tag für Atacames, den wir seit 2011 jährlich durchführen und der den Ausbau und die Vergrößerung des Hortgebäudes ermöglichen soll.

Tag für Atacames

Im Jahr 2011 wurde der so genannte „Tag für Atacames“ ins Leben gerufen, um den Kinderhort mithilfe der gesamten Schülerschaft tatkräftig zu unterstützen. Anstatt wie bisher am Tag des mündlichen Abiturs „einfach“ frei zu haben, waren alle Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen fünf bis zehn, sowie die Kursstufe eins, aufgerufen, sich für diesen Termin eine Arbeitsstelle zu suchen, an der sie einige Stunden lang Geld für das Schulprojekt verdienen sollten. Der Phantasie waren hierbei keine Grenzen gesetzt: Viele übernahmen Aufgaben im Haushalt der eigenen Familie, andere fanden Jobs in der hiesigen Geschäftswelt, manche gingen Babysitten oder bei den Nachbarn den Rasen mähen, ja sogar musizierende Schüler wurden in der Stadt gesichtet. So wurde zum einen den Schülerinnen und Schülern das Schulprojekt ins Bewusstsein gerufen, des weiteren der Tag des mündlichen Abiturs mit einer sinnvollen Tätigkeit gefüllt und natürlich vor allem jedes Mal ein großer Batzen Geld für die Realisierung größerer Projekte in Atacames gesammelt. Mit Gesamteinkünften um die 10 000 Euro pro Jahr konnte so im Jahr 2011 ein großer Abenteuerspielplatz für die Kinder auf dem Gelände des Horts gebaut werden und dringende Reparatur-und Ausbesserungsarbeiten am Gebäude vorgenommen werden. Aktuell verfolgt die Schulgemeinschaft das ehrgeizige Ziel, dem Kinderhort einen zweistöckigen Anbau zu finanzieren, da die Anzahl der Kinder auf 32 gestiegen ist. Hierzu hat die Gesamtlehrerkonferenz im Schuljahr 2013 beschlossen, in den kommenden fünf Jahren einen großen Teil (75%) des gesammelten Geldes nach Ecuador zu schicken. Der Rest geht an gemeinnützige Einrichtungen oder Projekte aus der Region.

Studienfahrt nach Ecuador

Im Mai 2012 besuchte zum ersten Mal eine Gruppe von zwölf Schülerinnen des Spanisch-Sprachprofils in Begleitung der zwei Betreuungslehrerinnen Katrin Erath und Kerstin Bauerochs den Kinderhort „Casa del niño“ in Atacames. Die Schülerinnen konnten sich somit ein Bild davon machen, wohin die durch verschiedene Aktionen gesammelten Spendengelder fließen und erkannten bald, dass hier alles dafür getan wird, den Kindern eine unbeschwerte Zeit in kindgerechter Umgebung zu bescheren. Die Schülergruppe lernte die Arbeit der Betreuerinnen kennen und half diesen bei verschiedenen Tätigkeiten. Da es keinerlei Berührungsängste gab, beschäftigten sich die Schülerinnen sogleich mit den Kindern, unterstützten die älteren bei den Hausaufgaben, halfen bei der Essensausgabe und begleiteten die Kinder auf Spaziergängen und Ausflügen zum Strand. Auch der Abenteuerspielplatz mit Rutsche, Schaukeln und Klettergerüst, der durch den Tag für Atacames 2011 finanziert wurde, erfreute sich großer Beliebtheit. Als kleines Projekt bemalten die Schülerinnen die letzte graue Wand des Hortes, so dass dort nun alles bunt und kindgerecht gestaltet ist.  Es hat alle sehr berührt, zu sehen, dass der Hort ein so fröhlicher Ort ist, wo viel gespielt, gelacht, getanzt, gesungen und gebastelt wird - umso mehr, wenn man näheres über die einzelnen Schicksale der Kinder erfährt und man sich nicht vorstellen möchte, wie deren Leben aussehen würde, wenn es den Hort nicht gäbe. Bei der insgesamt dreiwöchigen Reise nach Ecuador sollten die Schülerinnen jedoch nicht nur das Sozialprojekt der Schule vor Ort erleben, sondern auch das Leben in einer anderen Kultur erfahren. So verbrachten sie eine Woche in ecuadorianischen Gastfamilien und besuchten gemeinsam mit ihren „Gastgeschwistern“ die Deutsche Schule in Quito. Auch Ausflüge zu sehenswerten Orten durften auf der Reise natürlich nicht fehlen und so besuchte die Gruppe den Indiomarkt in Otavalo und verbrachte einen mehrtägigen Aufenthalt im Dschungel mit erlebnisreichen Wanderungen zu Wasserfällen und Höhlen. Im April 2014 wird der Besuch zum zweiten Mal durchgeführt und die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler werden somit auch einen Teil des Umbaus zur Vergrößerung des Hortgebäudes miterleben. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an Carola Knäulein Molina, ohne deren unermüdlichen Einsatz an Organisation und Planung ein solcher Aufenthalt nicht möglich wäre!